HAZ - 30.10.2009 "DJK Mitgliederversammlung"

Erstellt am 30. Oktober 2009

Erster Punkt auf der Tagesordnung war denn auch die neue Platzanlage der DJK. Als Stadt und Politik vor nunmehr über fünf Jahren auf den Verein zukamen, um über einen Umzug zu verhandeln, sagte der Vorstand der DJK seinen Mitgliedern zu, dass diesem nur mit dem Einverständnis der Mitglieder zugestimmt würde. Rechtlich wäre dies auch anders gar nicht möglich gewesen. Die sofortige Sperrung des Platzes im Mai dieses Jahres verhinderte ein solches Vorgehen; der Verein musste seinen Sportplatz an der Pappelallee umgehend aufgeben, eine Einberufung der Mitgliederversammlung war nicht mehr möglich. Jetzt wollte der Vorstand sich zumindest formal die Zustimmung seiner Mitglieder holen und gleichzeitig über den aktuellen Stand in Sachen Umzug informieren.

Deutlich zeigte sich erneut der Unmut über die als untragbar bezeichnete Situation bei den Sportlern, allen voran bei den Fußballern und Tennisspielern der DJK. Sie sehen sich am härtesten von der Tatsache getroffen, dass der Verein zwar die Sportflächen an der Lucienvörder Allee nutzen kann, die Aktiven da aber weder ein eigenes Clubhaus, noch Möglichkeiten zum Duschen und Umziehen haben.

Trotzdem stimmte das Plenum dem Umzug im Nachhinein zu, auch wenn dies nur eine Formalität war. „Was wir jetzt vor allem brauchen, ist ein langer Atem. Alle Sportler und alle Abteilungen müssen zusammenhalten um diese schwierige Situation für den Verein zu überstehen“, sagte Dr.Martin Frölich, Abteilungsleiter der Handballer, und erntete dafür viel Zustimmung. Aufgeben wolle man nicht, dafür hätte man jetzt schon zu lange um die Mitglieder – gerade im Jugendbereich – gekämpft.

Umso schwerer trifft die DJK auch der zweite Tagesordnungspunkt, die Beitragserhöhung, die notwendig geworden sei, um die gewichtigen Einforderungen der Stadt bezahlen zu können, die in nächster Zeit auf die Hildesheimer Sportvereine zukommen. Besonders Wolfgang Fellendorf, Abteilungsleiter der Fußballer, machte seine Bedenken deutlich: „Auf dem neuen Gelände können wir unseren Sportlern und Zuschauern nicht mal einen Platz zum Unterstellen bieten, wenn es regnet. Wie sollen wir da eine Beitragserhöhung rechtfertigen?“ Ein weiterer Mitgliederschwund der stark gebeutelten DJK wird befürchtet.

Trotzdem wurde auch der Beitragserhöhung notgedrungen zugestimmt, schließlich führe kein Weg daran vorbei, die Einforderungen der Stadt aufzubringen. Viele andere Hildesheimer Sportvereine hätten ihre Beiträge genau deshalb ebenfalls bereits erhöht, berichtete der Vereinsvorsitzende Roland Lemke. Dass dies die Gesamtsituation gerade bei der DJK noch erschwere, stehe außer Frage. Wille und Motivation, gemeinsam weiter für den Verein zu arbeiten, seien zweifelsohne da, das zeigte nicht zuletzt der gute Besuch der Versammlung an diesem Abend. Dennoch war für die Vereinsmitglieder eines klar: Stadt und Politik müssen möglichst bald eine Lösung für die unhaltbare Lage des Vereins finden, denn wenn aufgrund dessen erst einmal ganze Abteilungen weg brechen würden, dann brauche man auch kein Clubhaus mehr.