HAZ - 06.02.2010 „Dann trainieren wir eben auf dem Rathausplatz“

Erstellt am 11. Februar 2010
Inzwischen, so bestätigt Stadtpressesprecher Horst Richter, sind die Köpfe abgebaut. Sie können vom FC Concordia abgeholt werden, der die Strahler in Zukunft nutzen darf. Um Reparatur und Montage muss sich der Verein allerdings selbst kümmern. Und was machen die Ü50er des DJK nun ganz ohne Licht? „Dann trainieren  wir eben auf dem Rathausplatz“, behauptet Ronald Clews. Das ist offenbar nicht ernst gemeint, aber irgendetwas werden sie sich wohl einfallen lassen. Darauf warten, dass es am neuen Standort an der Lucienvörder Allee Flutlicht und Klubheim für sie geben wird, wollen die Sportler nicht: „Wir glauben der Stadt gar nichts mehr“, sagt Clews, DJK-Mitglied seit mehr als 30 Jahren. Seiner Ansicht nach ist die angebliche Sorge um die Gesundheit der Sportler wegen der Dioxin-Belastung im Boden nur vorgeschoben, weil die Stadt das Vereinsgrundstück vermarkten will. Seine Sportkameraden nicken zustimmend: „Da sind wir alle einer Meinung.“ Vorsitzender Roland Lemke ist dagegen überzeugt, dass es bald Licht am neuen Standort geben wird. Die neue Flutlichtanlage sei schon in Auftrag gegeben, das Geld von der Stadt zur Verfügung gestellt, sagt Lemke. Die Verzögerung sei zwar ärgerlich, doch Ende Februar oder Anfang März müsste die Anlage aufgestellt werden können: „Ich gehe davon aus, dass das klappt.“

Am Trainingsabend für die Ü50-Freizeit-Kicker hat das Wirts-Ehepaar Anna-Maria und Wolfgang Grondkowski auch mal wieder die Gaststube geöffnet. Den Gastraum aufzuschließen lohnt nur noch selten – einmal in der Woche üben die Schützen, sonntags ist Tanztee, dienstags sind die Fußballer die einzigen Gäste. Die Pächter hoffen darauf, dass es möglichst bald ein Vereinsheim für die DJK an der Lucienvörder Allee geben wird, auch wenn sie nicht recht daran glauben. Sie fühlen sich von der Stadt im Stich gelassen, wollen der DJK aber als Pächter treu bleiben. Schließlich ist Wolfgang Grondkowski schon 40 Jahre selbst Mitglied, seine Frau fast 30 Jahre, Sohn Maik ist als Jugendwart im Verein aktiv.

Auch was ein neues Heim für die DJK Blau-Weiß angeht, ist Vorsitzender Roland Lemke optimistischer als seine Sportsfreunde. Es bestehe Aussicht auf eine angemessene Unterkunft für den Gehörlosen-Sportverein, der ja dann sein Klubhaus für die DJK räumen könne. „Das ist auf einem guten Weg“, meint der Vorsitzende und hofft dann auch wieder auf ein besseres Verhältnis seiner Sportkameraden zur Stadtverwaltung.